Fazit
Streckendaten des Alpencross Länge: 540,98 Km Bergauf: 13.725 hm Bergab: 14.148 hm Fahrzeit: 41,01 Stunden Stundenmittel: 13,19 km/Std.
Tremalzo-Runde am Gardasee: Länge: 59,18 Km Bergauf: 2170 Hm Bergab: 2170 Hm Fahrzeit: 5,54 Stunden Stundenmittel: 12,06 Km/Std.
Gesamtleistung in 9 Biketagen: Länge: 600 Km Bergauf: 15.895 Hm Bergab: 16.318 Hm Fahrzeit: 46,55 Stunden
Themen-Auflistung:
Zusammenfassung des Alpencross 2006
Was sollen wir sagen, selbst beim schreiben dieser Worte würden wir sofort wieder aufbrechen – hinaus in die Natur, auf die großen Pässe, die herrliche Aussichten, einfach wieder fort. Es war ein wirklich gelungener Auftakt einer folgenden Alpencross Serie (es wird nämlich bestimmt nicht unser letzter bleiben). Die lange und gründliche Planung zu beginn, die Vorausbuchungen der Hotels bzw. Gasthöfen, die Markierung der Strecke auf den Landkarten und das Erstellen des Roadbooks auf Basis von Andreas Albrechts seinem, alles rund um gelungen. Auch wenn das Wetter nicht ganz unseren Vorstellungen entsprach - gemeistert haben wir jeden Tag und auch ne Menge dazu gelernt.
Das Gepäck
Da es unser erster Alpencross war, hatten wir schon ein wenig bedenken, alles nötige dabei zu haben und alles unnötige weg zu lassen. Letztendlich war aber doch alles perfekt, was wir mitgenommen hatten. Wenn wir natürlich keinen Sonderurlaub am Gardasee mehr machen würden, könnten wir auf das ein oder andere noch verzichten. Auch nicht bereut haben wir die Mitnahme eines Windbreakes und einer Regenjacke. Die Regenjacke hält dicht aber bei längeren Belastungen schwitzt man darunter. Auch wenn einem die Werbung versprechen will, dass diese (auch teuren) Jacken atmungsaktiv sind - wir wissen sie sind dicht und lassen nix rein & nix raus. Die Windbraker-Jacken haben uns vorm Erfrieren bei Passabfahrten gerettet ... nein im Ernst, sie sind leicht und auf schnellen Abfahrten bei kühlem Wetter unbedingt zu empfehlen. Denn meist hat man ja nasse, verschwitze Klamotten an und ein auskühlen während eine 1.000 Höhenmeter vernichtenden Abfahrt währe unschön.
4 Dinge würden wir anders machen:
- Statt einer langen Regenhose eine “Knielange”, glaub die gibt’s von Gore. Warum? Bei regen & biken wirst du von innen auf jeden Fall nass, und zwar von deinem eigenen Schweiss. Die lange Hose hält dich zwar etwas wärmer (hilft aber nur bei Schneefall) aber eine kurze genügt um die Bikehose nicht nass werden zu lassen. Dann hast du ein viel freieres Gefühl und das Biken im Regen fällt einem nicht so schwer. Da waren Jürgen & ich uns einig - beim nächsten Mal muss die her.
- Ich habe eine Lenkertasche, in der ich meine Spiegelreflex Kamera verstaut hatte.
Da gibt es 2 Unannehmlichkeiten. Auf längeren Schiebepassagen fällt es mir schwer, die extra 2 kg über grosse Steinbrocken zu schieben, also musste ich das Bike meistens vorne anheben - ich spürte bald Muskeln, von denen ich nicht mal ahnte, dass ich sie hatte ;-) Auf sehr steilen Auffahrten wurde durch das Mehrgewicht der Vorbau kippliger, d.h. es fiel mir schwerer, mein Bike immer gerade zu halten. Dennoch würde ich auch das nächste Mal meine Grosse gegen keine kompakte kleine Kamera tauschen.
- Die grosse Satteltasche war zwar sehr praktisch, denn wir konnten immer schnell alle Regenklamotten verstauen oder raus holen. Aber die Konstruktion ist nur sehr bedingt für einen längeren Alpencross tauglich, das sie zu weit nach hinten raus ragt und das Gewicht bei einem ordentlichen Downhill die Tasche so durchschüttelt, dass bei mir die Halterung heraus brach. Mit ein bisschen Kabelbinder & Klebeband kein Problem - aber wir haben daraus gelernt.
- Wir hatten “normale” MTB Schuhe an. Es ging - aber für die vielen Lauf- und Kletterpassagen, dem groben Geröll beim Bergab laufen, da hätten wir uns so manches mal einen festeren Schuh bis zum Knöchel gewünscht. Mal sehen, ob das Christkind an Weihnachten das auch weis ;-)
TIPP: Unsere komplette Packliste kannst du dir als Excel Datei herunter laden!
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Die Kondition
Es war anstrengend, keine Frage. Was uns kaum Kummer bereitet hat war unsere Kondition. Wir hatten keine Probleme mit unserer Muskulatur, kein Verspannen nach tagelangem biken. Einzig unser „Allerwertester“ wollte nach dem 3. Tag so manches Päuschen zwischendurch – aber alles halb so schlimm und ertragbar. Dafür lieben wir unsere sau teuren aber super guten Assos Hosen. Wir sind lieber öfter mal abgestiegen und haben geschoben, da waren wir uns nicht zu fein. So lockerte sich unsere Muskulatur ein wenig und das anschliessende Biken machte wieder viel mehr Spass. So zahlt sich letztendlich jeder Kilometer aus, den man vorher auf seinem Bike abgestrampelt hat.
Ach ja noch eins: Es ist schon ein Unterschied, 2-3 Std. nur bergauf im kleinsten Ritzel zu trippeln, wenn man das vorher, wie wir, aufgrund der geographischen Wohnlage nie auf einmal trainieren konnten. Wir haben immer nur maximal 300 Hm am Stück - nie aber 1.000 oder mehr! Wer das trainieren kann ist klar im Vorteil. Unsere österreichischen Freunde, die wir kennen gelernt haben, konnten so zu hause trainieren und man hat es ihnen am Berg angemerkt! Aber dennoch - auch wir sind stets oben angekommen, machmal auch ziemlich erschöpft aber glücklich ;-)
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Das Wetter
Da kann man leider nichts dran ändern. Wir hatten alles dabei: Sonnentage Nebel, Regen & Schnee. Eigentlich klasse, den die Erfahrung nimmt uns jetzt keiner mehr. Wir waren für alles gerüstet, hatten nie das Gefühl uns fehlt jetzt von den Kleidern was. Allerdings schlecht für die Fotos, den strahlend blauer Himmel mit Sicht auf die Gipfel wäre manches mal schon toll gewesen. So haben wir z.B. vom Pass de Alpe gar nix gesehen :-(
Die Unterkunft
Wir hatten alle Hotels/Pensionen bis auf 2 im Voraus gebucht. Ob das immer nötig war? Wir sind der Meinung es gab nichts schöneres als nach einer grösseren Etappe abends in der jeweiligen Stadt/Dorf anzukommen und nichts mehr suchen zu müssen. Vor allem nicht im Regen unnötig herumfahren zu müssen. Allerdings am Gavia Pass kam uns das schon gelegen, frei & flexibel zu sein, hätten wir wo anders gebucht, wäre es aber auch gegangen - hätten halt den phantastischen Sonnenaufgang auf 2650 m Höhe nicht erleben dürfen.
Alle unsere Unterkünfte waren für ihr Geld klasse. Ob es die einfache Übernachtung am Gavia Pass oder auf der Bodenalpe, oder etwas gehobener in St. Maria oder Groiso war - alles eine gute Wahl. In Madonna de Campiglio hatten wir nix voraus gebucht, gleich eine gefunden, doch der Preis von 50,- € ÜF war schon heftig - aber es war noch eines der billigeren Hotels dort. Am Frühstück und Zimmer konnten wir dennoch nix negatives sagen.
Tipp: Am Wichtigsten für uns erschien die Möglichkeit, die nassen Klamotten zu trocken. Top war das Sassella, da haben sie sogar gewaschen!
Übrigens: Eine Garage oder ein Abstellraum für unsere Bikes hatten wir immer.
Unsere Unterkunft in Torbole, die Villa Stella, war echt super:
- Ein erstklassiges Frühstück,
- Saune und Pool- und Fittnessbereich,
- Trockenraum,
- Videoüberwachte Bikegarage mit kleiner Werkstatt,
- Internetzugang
- eine tolle Bar für den nächtlichen Einschlafdrink ;-)
- sehr nette Gastgeber
 
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Zwei Einkehrtipps in Torbole
Wir lieben Pizza, Nudeln und Meeresfrüchte - und wer das auch mag dem können wir einen kleinen Tipp geben, wo in Torbole diese italienischen Köstlichkeiten gut & günstig zu haben sind:
Hausgemachte Nudel: AL RUSTICO Via Strada Grande, 41 Tel: 0464.505532 38069 Torbole
Super Meeresfrüchtesalat und klasse Pizza: VILLA EMMA Via Coize 10 0464.505728 38069 Torbole http://www.villa-emma.com/dove.htm
Die Strecke
Wir haben ja zum grössten Teil die Albrecht Route gewählt. Hierzu wollten wir noch folgendes loswerden: Viele Trails und Passagen, die Andi mit „gerade noch fahrbar“ beschreibt, sind für uns „Otto-normal-biker“ nicht mehr fahrbar. Auch die Zeiten, die er in seinem Profil aufgeführt hat, weisen den Leitungsunterschied zu uns auf. Er macht das ja schon sehr oft, es war unser erster Alpencross. Auch die längeren Schiebe- und Tragepassagen vor der Heilbronner Hütte oder nach der Heidelberger Hütte rauben dir die Kräfte, aber stellten dennoch mit Training in den Beinen kein Problem dar. Auch das bergab schieben über verblockte Trails ging gut, auch mit meinen „normalen“ Bikeschuhen (aber siehe Gepäck). Unsere Unerfahrenheit, das schlechte Wetter, die schlechten Wegverhältnisse durch tagelange Regengüsse, der Schnee, das alles hat zu einer gewissen Zeitverzögerung beigetragen, die aber niemals kritisch für uns war. Uns ist es egal, auch mal abends um 20:00 Uhr anzukommen (ok schon gut – wir haben verfahren & ein Defekt war auch dabei) aber es galt & gilt das Motto: Der Weg war das Ziel!
Die Albrecht Route ist nicht die Schwerste aber auch nicht die Einfachste, sie macht sehr viel Spaß, ist abwechslungsreich, bietet bei entsprechender Sicht tolle Pässe und Panoramen und Jürgen & ich würden sie jederzeit wieder fahren – einfach klasse!
Wir möchten es nicht verpassen, uns bei Andreas Albrecht zu bedanken, denn sein Roadbock auf seiner Internet-Seite hat uns sehr geholfen und wir konnten die Landkarten des öfteren stecken lassen.
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Heimreise mit dem Zug
Alles in allem hat das wirklich klasse funktioniert. Mit dem Bike nach Rovereto meist am Radweg entlang. Am Bahnhof Tickest Rovereto -> Brenner gekauft, die im Gegensatz zu unserer Bahn sehr günstig waren: für die 169 Km pro Person 7,90 € und fürs Bike 3,50 €! Aber Achtung, nicht jeder Zug nimmt Bikes mit! Am Brenner angekommen Umsteigen in den Zug nach Innsbruck, Tickets einfach im Zug beim Kontrolleur kaufen (pro Person mit Bike 11,90 €). In Innsbruck sind wir dann umgestiegen und weiter nach Garmisch gefahren. Alles in allem ein perfekte Sache!
Hier ein paar Impressionen von der Heimreise:
 
 
 
 
Höhenprofil Torbole nach Rovereto
Unser Alpencross 2006 - Das Fazit
Wir sind angesteckt worden vom Virus Alpencross - und - das ist gut so! Es war ein unvergeßliches Erlebnis, dass wir weiter ausbauen werden, denn ...
...der nächste Alpencross steckt schon in unseren Köpfen!
Wenn euch unsere Berichte & Bilder gefallen haben, dann schreibt uns doch ein paar nette Worte ins Gipfelbuch, wenn nicht, dann auch ;-)
Jürgen & Gerald
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