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Vom Bodensee über die Glarner Alpen zum Gardasee (2009)

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Tirano -> Sulzbach (Bahn)

Abreise - 21.08.2009

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Tour - Beschreibung:

    6:00 Uhr schau ich auf den Wecker… wälz mich noch bis 7:00 Uhr hin und her, dusche und gehe zum Frühstück. Jetzt merke ich, wie einfach doch dieses Hotel ist, denn es gibt nur ein klassisches italienisches Frühstück: 2 trockene Semmeln, 1 Toastbrot und 3 Konfitüre – toll! Wenigstens der Kaffe schmeckt, alles andere ist mir irgendwie egal.

    8:00 Uhr, ich mach mir Gedanken, wie wir von Tirano aus nach Hause kommen. Also geh ich erst mal zum Bahnhof . Am Schalter natürlich nur italienisch sprechendes Personal. Die schnellste Verbindung (mit Bike) nach Frankfurt am Main? Über Milano 2 x am Tag mit insg. 19 Std. Fahrzeit! So ein Mist, das kann ich Jürgen nicht zumuten. Es muss doch noch eine andere Möglichkeit geben. Zuhause mit meiner Frau telefoniert, Informationen über Leihwagen oder Flug heraussuchen lassen, zwecklos. Ich suche später nach weiteren Lösungsansätzen.

    9:00 Uhr, ich lasse vom Hotel aus ein Taxi rufen und mache mich mit frischen Klamotten auf zu Jürgen.

    9:30 Uhr. Jürgen liegt im Zimmer, Besuch vom Arzt war natürlich noch keiner da, aber wenigstens haben sie ihm eine Infusion mit Nährstoffen gelegt. Sein Frühstück war ähnlich wie das meine. Ich wasche Ihn und ziehe ihm die mitgebrachten Klamotten über. Für uns war jetzt nur wichtig herauszufinden, ob Jürgen transportfähig oder eine OP notwenig ist. Um es kurz zu machen, dies dauerte sage und schreibe knapp
    3,5 Stunden, bis wir das Ergebnis bekommen haben. Wir dürfen nach Hause!

    13:00 Uhr. Er bekam einen Kreuzverband, damit er die Schulter nicht bewegen konnte, dazu eine Handvoll Schmerztabletten und ab geht die Reise zum Hotel. Ich wollte es nicht glauben, dass es nur diese eine Verbindung nach Hause gab und lief nochmals zum Bahnhof. Jetzt von einer anderen Straße kommend bemerkte ich, dass es auf der anderen Seite noch einen Schalter gab – den Schweizer Teil des Bahnhofs. Hab ich den gestern wirklich nicht gesehen? Vielleicht durch die Aufregung & Hektik tatsächlich nicht. Glücklich diskutierte ich mit der freundlichen, deutsch sprechenden Dame und wir fanden einen schnellen Weg über die Schweiz nach Hause. 450 Franken inkl. Bike Mitnahme für 2 Personen - ohne Worte! 14:30 Uhr soll die Reise los gehen. Übrigens haben unsere Frauen gleich im Heimatkrankenhaus angerufen, Jürgen wird gleich nach Ankunft nachts nochmals untersucht ...besser ist besser!

    13:45 Uhr. Wir sitzen am Bahnhof in einem Biergarten und lassen uns eine Pizza schmecken. Endlich was nahrhaftes zwischen die Zähne. Alkoholfreies Bier schmeckt uns beiden auch wieder. Zum Schluss noch ein Eis am Bahngleis, als wir auf den Zug warten.

    14:30 Uhr. Der Zug fährt ab. Wir sitzen in den typischen roten Schweizer Rhätischen Bahn. Mir fällt beim Hinaussehen auf, welche Strecke wir eigentlich gerade fahren. Wir kommen genau an der Unfallstelle vorbei! Jetzt benutzen wir auch noch den Übeltäter - welch eine Ironie. Hab dann gleich ein paar Bilder zur besseren Veranschaulichung und anschließender Reflexion gemacht:

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    Eine tolle Strecke ist es dennoch, wir schauen wehmütig aus dem Fenster und genießen die letzten Eindrücke einer fantastischen Bergwelt. Es geht vorbei am Gletschereis und über den Berninapass
    (2.253 m) Wir kreisen in den Kehrtunnels der Albulastrecke und überqueren den weltberühmten Landwasser-Viadukt. Seit Sommer 2008 gehört die Strecke von Tirano nach Thusis zum Unesco-Welterbe.

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    Das böse Erwachen:
    Das Umsteigen klappt dank hilfsbereiten Mitfahrern bestens, auch die Fahrt selbst kann Jürgen ohne größere Probleme überstehen. Die Schmerztabletten tun ihr Bestes. Obwohl manches mal sein schmerzverzerrtes Gesicht was anderes aussagt. Ich glaube ihm, wir haben ja keine andere Wahl! Sonst klappt alles wie am Schnürchen ... bis wir in Basel am Hauptbahnhof stehen.
    Erst jetzt, als wir die weitere Verbindungsgleise suchen merken wir, dass ab Basel bis Frankfurt ein ICE auf unseren Fahrkarten steht. Wer sich auskennt, weiß, was jetzt kommt. In einem ICE dürfen keine Fahrräder transportiert werden! Schluck! Was machen wir jetzt?

    Nun denn, Jürgen sichert sich 2 Sitzplätze, wir verstauen die Rucksäcke und kurz bevor der Zug abfährt hebe ich die beiden Bikes ins Abteil und stelle sie zwischen 2 Zugwagons. Jetzt hoffen und bangen wir.

    Es dauert nicht lange, bis eine Kontrolleurin uns bedrohlich nähert. Noch 5 Sitze vor uns, 4, 3, 2, 1. “Wem gehören denn diese Fahrräder?” Ich erklärte ihr den Sachverhalt, dass wir dringend ins Krankenhaus müssten und es heute Nacht keine andere Zugverbindung gibt. Nichts zu machen, Beamte! Sie will uns in Freiburg rausschmeißen. Was tun?

    Zwei Zollbeamte machen ihren Rundgang, kommen auch bei uns vorbei und wir kommen ins Gespräch. Sie waren sehr nett und verständnisvoll, können aber nichts machen und hoffen bei dieser Ausnahme auf Kulanz der Angestellten der Deutschen Bahn. Wir auch!

    In Freiburg kam die Dame erneut auf uns zu, ich erklärte ihr, dass wir mit 2 Beamten, wahrscheinlich ihre Vorgesetzte ;-) gesprochen haben und wir dürfen bleiben. Verdutztes Gesicht, erboste Haltung, “mein Vorgesetzter”? Und sie zischt ab! Der Zug fährt los, wir sind wieder eine Station weiter!

    Nächster Halt, die Dame und ihr “wirklicher” Vorgesetzter stehen erbost vor uns. Wir sollen und müssen hier raus! Ich erklärte ihm nochmals unser Notsituation, die Sitznachbarn schüttelten alle den Kopf, nix zu machen, nächste Station ist Schluss für uns. Während der “Herr Vorgesetzte” mir irgend etwas von Deutschen Bahngesetzen erklären will, packe ich kurzer Hand die Bikes, demontiere alle Räder (diese lege ich oben auf die Kofferablage des Abteils) packe die beiden “leeren” Rahmen und lege diese quer zwischen unseren Sitz.

    Kurze Stille - dumme Gesichter!

    “So, Herr Schaffner, DAS ist jetzt mein HANDGEPÄCK! Oder können Sie mit diesem Rahmen Fahrrad fahren?”

    Gelächter und grinsen bei allen Zuhörern, zwei hochrote Köpfe der Beamten und seit diesem Zeitpunkt haben wir nie mehr ein Wort miteinander geredet, geschweige den wurden wir angeschaut!
    (obwohl sie an diesem Abend bestimmt noch 3 x an uns vorbei gelaufen sind)

    Ca. 3:00 Uhr nachts warten unsere Frauen bereits am Bahnhof, ich baue die Bikes wieder zusammen, montiere sie auf dem Dachgepäckträger und es geht ab Richtung Krankenaus ... was für eine Nacht!

    Alles wird gut.

     

     

Filme, Packlisten, Links der Orte & Hotels, GPS-Daten und GoogleEarth Dateien:

    Diese Daten befinden sich im VIP-Bereich für unsere Alpencross-Report Kunden!

    Mehr Informationen hierzu finden Sie im jeweiligen Report.

     

     

 

 Zum Fazit pfeil_klein

 

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