Heute stehen mit 1.850 hm und 62 km ein ehr harmloses Programm auf unserem Plan, zumindest im Vergleich der letzten Tage und auf dem Papier. Der Morgen beginnt glanzvoll, die Sonnenstrahlen streicheln über unsere Gesichter, als wir den Rolladen des Balkons öffnete. Es verspricht wieder einmal ein toller Tag zu werden, also ab zum Frühstücken, die Ketten unserer Räder ein wenig mit Öl versorgt und auf geht’s...

Unser erstes Ziel ist heute “Baita Segantini” (2.177m) gefolgt vom “Passo Rolle” und am Ende des Tages noch der “Passo del Brocon”. Aber eins nach dem anderen ....
Zunächst auf Strasse Richtung “Passo Rolle”, dann geht’s rechts ab auf Schotter durch einen Campingplatz und einem Parkplatz für Wandertouristen. Der Weg steigt sanft mit 5% Steigung und es macht richtig Spaß schon am Morgen in der Sonne zu biken. Eine tolle Ebene Namens “Val Venegia” verschlägt einem fast den Atem vor Schönheit...


... Links die schroffen Felsspitzen der Dolomiten, rechst saftige Wiesen mit einem kleinen Fluß und wir auf einem tollen Schotterweg, der mit weißen Steinen bepflastert ist. So könnte es endlos weiter gehen, wir merken gar nicht, dass wir immer mehr an Höhe gewinnen. Der Weg wird etwas steiler aber nie unfahrbar, er schlängelt sich in Serpentinen immer höher hinauf bis wir letztendlich die Hütte am “Baita Segantini” auf 2.177 m erreichen.



An der Alm machen wir erst mal eine kleine Pause und genießen auf einer Bank die warmem Sonnenstrahlen. Der Blick rund herum ist ein einziger Traum: Blauer Himmel, die Spitzen der Gipfel, die saftigen Wiesen, die endlosen Serpentinen und ab & zu ein Wanderer, einfach nur klasse! Nach einer Flasche Wasser, wieder getrockneten Trikots geht es weiter.
Zum “Passo Rolle” geht es diesmal auf 3 km 220 hm bergab - auch was feines.



Auf den nächsten 8 km und 470 hm dürfen wir uns auf eine tolle Abfahrt freuen. Zunächst auf Strasse, dann ein toller Wiesentrail der letztendlich in einen Schotterweg mündet. Unten in “San Martino Castrozza” angekommen schauen wir noch mal zurück und genießen einfach die Aussicht auf die letzte Abfahrt.


Was jetzt folgt, wird noch länger in unseren Köpfen hängen bleiben, denn ein traumhafter Panoramaweg in Richtung “Lago di Calaite” bietet sich uns an. Ein kurzes Zwischenstück mit einer Steigung von 15% und sehr grobem steinigen Weg, da macht das Schieben auf diesem einen Kilometer auch nichts mehr aus. Der gesamte Weg schlängelt sich am Hang entlang, teils im Wald schön Schatten spendend, teils auf Wiesen aber immer auf der Höhe, bis wir letztlich den See “Lago di Calaite” auf 1.630 m erreichen.


Von hier aus führt ein enges, kleines Sträßchen 14 km hinunter bis zum “Canale San Bovo”, damit haben wir wieder 820 Hm auf traumhafter Landschaft vernichtet. Die Mittagshitze ist schon enorm und wir stärken uns mit Cappuccino, Wasser und einem Eis in einem der kleinen Café.
Jetzt steht uns noch eine kleine Herausforderung bevor - der Weg zum Passo Brocòn. Es ist eine Paßstraße, die sich innerhalb 14 km 820 hm hinauf zum Gipfel schraubt. Es ist heiß und auch uns wird es pro gefahrenen km immer wärmer. Ab & zu halten wir an um uns an den Quellen zu erfrischen oder die Wasservorräte zu füllen. Gegen späten Nachmittag erreichen wir verschwitzt aber glücklich die Paßhöhe und somit auch unser heute Übernachtung, das Albergo Passo Brocòn.


Als erstes hatten wir eine Idee - ich lief zum Wirt und bestellte 2 kleine Bier (Wahrsteiner hatten sie vom Faß) und wir prosteten uns mitten auf dem Paß zu: Ich nenne das Lebensfreude pur!



Wir bezogen unsere Zimmer, duschten uns, machten einen kleinen Rundgang am Paß und genossen dabei die tolle Aussicht mit dem dazugehörigen Sonnenuntergang in den Dolomiten. Danach lecker Abendessen, noch den ein oder anderen Grappa als Betthupferl und zu guter Letzt mit einem irgendwie traurigen Gefühl ins Bett, weil morgen schon unser letzte Tag sein soll - man wie die Zeit vergeht.
Mehr Informationen hierzu finden Sie im jeweiligen Report.