Ich muss mir gestern beim Risitenpass eine Blase gelaufen haben, denn beim Anziehen meines Bikeschuhs drückt es gewaltig an der Ferse. Nach näherem Betrachten behielt ich recht. Mit einem Pflaster behelfe ich mir – schauen wir mal, ob es hält. Jetzt aber erst mal anständig frühstücken, alles zusammen packen und dann in Schiers zum Supermarkt, denn unsere Getränkepulvervorrat neigt sich dem Ende. Ab & zu Geschmack im Wasser tut ganz gut. Schnell sind ein paar Riegel und Brausetabletten gefunden und der Tag kann beginnen. Natürlich wieder bei aller bestem Wetter! Ach ja, in einem Bikeladen hat Jürgen noch einen Satz Bremsbeläge geholt, sicher ist sicher.

Erstes Ziel ist heute Davos, bevor wir den Scalettapass bezwingen. Die Route wechselt zwischen Asphalt & Schotter, ab und zu ein kleiner Wiesentrail an einem Fluss entlang, ein toller Biketag beginnt. Es ist wieder drückend heiß, wir knacken heute wieder die 30 Grad Marke und müssen uns zwingen, ständig zu trinken. Meine Blase an der Ferse drückt, deshalb steuere ich in der nächsten Ortschaft eine Drogerie an, um mir entsprechende Blasenpflaster zu besorgen. Diese habe ich noch mit entsprechendem Hansaplast- band fixiert, damit der Schweiß nicht alles auflöst und nix verrutschen kann. Es geht weiter – alles wird gut.



Tolle Wege, super Landschaft, da macht selbst das Laufen ab & zu Spaß. Ein spitzen Trail, leider bergauf und sehr steil, zwingt uns manchmal aus dem Sattel, aber egal, es ist einfach traumhaft schön hier. Dann eine kleine Pause an einem tollen Bergsee, Kinder plantschen und Familien machen Picknick. Wir wollen nicht viel Zeit verlieren und biken weiter. Eine kleine Umleitung zwingt uns um eine Hütte, dann führt sie uns auf einen tollen Wiesen- und Waldtrail.


Wir erreichen gegen Mittag Davos und Hunger schleicht sich ein. Am Supermarkt gibt es eine kleine Kantine, die für Kohlenhydratzufuhr sorgt: Spagetti & ein Eis. Dazu ne Cola – tut auch mal ganz gut. In der Mittagshitze muss man aufpassen, dass wir nicht zu träge werden und die Pause unnötig heraus ziehen, denn es warten jetzt 1.000 Höhenmeter Aufstieg auf uns.

Auf einer stetig ansteigenden, aber moderaten Auffahrt geht es zunächst Richtung Dürrboden. Man merkt kaum die Steigung, das Panorama ist wieder erste Sahne und wir genießen richtig die Fahrt hinauf. An der bewirtschafteten Alm machen wir Pause. Wir treffen einige Biker, die hier an der Hütte rasten um anschießend wieder zurück ins Tal zu fahren. Bevor der eigentliche Passübergang beginnt, gönnen wir uns am Fluss eine kleine Erfrischung. Ich strecke die Füße in den eiskalten Bachlauf und schütte mir das Wasser über den Kopf - herrlich! Jürgen legt sich kurzer Hand auf die Wiese und sonnt sich. Das Leben ist so schön...



Auf geht’s zum nächsten Pass, den Scalettapass. Mal gespannt, was uns hier erwartet. Auf jeden Fall tolle Aussichten, aber auch der Weg selbst lässt sich exzellent bewältigen, ohne das Bike laufend heben zu müssen. Der Weg ist breit genug, also viel Platz für Mensch & Maschine. Ab und zu eine steile Rampe, dann wieder mal ein flacheres Stück zum Ausruhen. Wir brauchen ca. 60 Minuten zum Gipfel. Ohne Zweifel, ist auch dieser Aufstieg anstrengend, aber lange nicht so unbequem wie manch anderer Pass. Es war der am Best zu laufende Pass unserer Tour.


Auch dieses Panorama hier oben ist unbeschreiblich schön. Sonne pur, Berggipfel um uns herum und den kommenden Trail schon im Auge. Eine kleine Schutzhütte für Wanderer bietet hier bestimmt auch abends tolle Sonnenuntergänge und bleibende Eindrücke. Fotostopp, Posen am Passübergangsschild, Helm wieder auf und los geht das Vergnügen.


Nur sehr wenig Stellen, an denen wir absteigen müssen, ein Singeltrail erster Güte. Schier endlos schlängelt sich der Weg in Richtung Tal. So könnte es ewig weiter gehen. Über einem Bach wurde eine Holzkonstruktion gelegt, damit wir diesen unbeschadet überqueren können und weiter geht’s mit viel Flow Richtung Alp Funtauna und hinunter ins Tal. Wir vernichten Höhenmeter um Höhenmeter und erfreuen uns des Bikerlebens.




Im Tal bei Val Susauna noch ein kleiner Gegenanstieg, dann geht es auf Strasse nach S-chanf, unserem Etappenziel für heute. Das Hotel Sasella wartet schon auf uns Biker, denn im Biergarten schlürfen wir erst mal ein kühles Blondes und stoßen auf wieder mal einen super Biketag an.
Das Hotel bietet uns einen Wäscheservice, den wir dankend annehmen. Somit haben wir wieder eine komplett frische Ausrüstung im Rucksack. Das 3 Gänge Menü am Abend ist echt lecker und ausreichend portioniert. Es macht uns müde genug um schon vom nächsten Tag zu Träumen, es wird die Königsetappe!

Mehr Informationen hierzu finden Sie im jeweiligen Report.