Tour Beschreibung
Es sollte wieder ein toller Tag werden, zwar ist leichte Bewölkung am Himmel, doch kein Regen – man haben wir bis jetzt Glück gehabt. Frühstück und Bikes fertig, auf zum nächsten Kampf: 850 Hm Schotterweg am Stück bis zum Dös Radond.



Steil, meist fahrbar und mit toller Aussicht. Der erste Pass heute ist geschafft: 2.230 m. Es folgt ein Traum von herrlichen Wiesen, Trails und Forstwegen ins Val Mora. Wir überschreiten die Grüne Grenze Schweiz – Italien. Die Hochebene reicht fast 30 Km über den Passo de Fraele, die breite Schotterstrasse zum riesigen Stausee und Lago Camcano zu den sagenumwobene Schotter-Serpentinen Tori di Fraéle. Diese verlassen wir nach der 3. Kehre leider wieder und es folgt eine kleine Schotterpiste immer auf gleicher Höhe entlang bis Arnoga.




Dieser fast 12 Km lange Hochweg lässt unseren Schnitt etwas anwachsen. Das Wetter verschlechtert sich, die Sicht ist leider sehr beschränkt. Der Regen wird heftiger und wir stellen uns unter einen Baum um unsere Regenklamotten anzuziehen. Ein kleiner Bach füllt unsere Flaschen auf und kaum sind wir 10 min. gefahren, hört der Regenspuck auch schon wieder auf und die Sonne kommt zum Vorschein. An einer Brücke Richtung Alp Vera ziehen wir uns wieder aus, denn zum einen wird das Wetter wieder besser, zum anderen kommt noch mal eine schwere Schotterauffahrt zum Passo Vera. Zum Teil schiebend, teilweise fahrend erreichen wir durchgeschwitzt die 2.300 m.





Dafür werden wir von einer tollen Abfahrt über Schotter bis nach Eita belohnt, von dort aus, auf einer sehr kleinen Straße (passt kaum ein Auto durch), vernichten wir 1.000 hm, bis es in Groiso, unserem Etappenziel, wieder anfängt zu regnen. Es war eine der geilsten Straßenabfahrten (oder sollten wir sagen Sträßchen) die wir je gefahren sind. Groiso ist typisch Italienisch mit vielen alten Gebäuden, einer stark frequentierten Hauptstrasse und der typischen Gelassenheit seiner Bewohner. Es regnet, wir setzen uns dennoch auf die überdachte Terrasse und schlürfen unseren ersten richtigen italienischen Cappuccino. Die Bikes in die Garage abgestellt, wir geduscht und so fertig zum Abendessen – was uns hier erwartet ist ein Gourmettraum in Halbpension.

Zuerst ein Prosecco zum Aperitif mit Parmesanstückchen im Vorraum. Dann werden wir um 19:30 Uhr ins Restaurant begleitet. Für das kleine Dorf scheint dieses Restaurant ja der Renner zu sein, denn ruck zuck sind alle Plätze belegt (und nicht nur durch Hausgäste). Wenn wir schon in Italien sind, gönnen wir uns heute einen guten Topfen Wein – 1 Liter für 2 Personen. Es wird nicht der Letzte sein auf unserer Tour. Die Vorspeise wird serviert und der große Teller mit verscheiden Schinken & Salamischeiben spürt den Schlag nicht. Wir werden gefragt, ob wir zum 1. Hauptgang die heutige Spezialität essen wollen - warum nicht? Risotto mit Froschschenkel! Wir sind für alles offen. Unsere Nachbarn, 2 Biker aus Österreich, die wir später noch besser kennen lernen durften, lehnen ab und bekommen dafür Spagetti. Es war eine so große Portion, ich habe nicht alles gepackt, war aber echt lecker. Für mich das erste mal Froschschenkel, schmeckt ähnlich wie zartes Hühnchenfleisch, man muss es aber nicht täglich habe ;-). Zur Hauptspeise wurden 2 Kalbschnitzel mit Kartoffel und Gemüse serviert, dazu ein Teller Salat und / oder weiteres, in Olivenöl gebackenes und eingelegtes Gemüse. Ich war schon wirklich satt, der Kellner wollte noch mal Nachschlag reichen dem wir alle dankend ablehnten. Zu guter Letzt wurde noch eine große Schale frisch gepflückter Himbeeren und Heidelbeeren mit Zitronensorbet serviert. Wir platzen fast. Zum Glück kam der Hausherr und schenkte uns noch einen hausgemachten Grappa ein – der rundete wirklich das Ganze ab. Was für ein Mahl – einzigartig lecker für 55,- € Halbpension!
Morgen war der erste Tag, an dem wir keine Hotelreservierung gemacht haben – wie sich herausstellen wird, war das auch gut so ;-)
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