25 Grad am morgen - wie herrlich doch so ein Sommertag sein kann. Doch all zu heiß ist auch nix, das haben wir gestern zu spüren bekommen. Nach einem klasse Frühstück wieder das Packen der Bikes, kurzer Blick auf die Karte was heute auf dem Programm steht: Gleich mal wieder hoch auf 1.870 hm zur Rodelalm - also knapp 900 hm auf 13 km. Wir taten uns am Anfang schwer, die 11 % zu treten, doch ab uns zu mal eine Pause, dann ein Stoßgebet am Bildstock und immer das Ziel vor Augen - so packen wir das schon.


Wir folgten der kleinen Strasse immer weiter nach oben, diese Strasse wollte einfach nicht aufhören und sie bot uns in jeder Kurve eine neue Steigung zur Bewältigung an - aber auch diese Herausforderung haben wir gemeistert. Vorbei an kleinen Holzbrücken, an Bachläufen und Schluchten bis wir auf die Kalkofenhütte stoßen. Hier bietet der weite Bachlauf ein idealer Pausenpunkt an, Wasser fassen, Füße abkühlen im eiskalten Quellwasser - aber bei den Temperaturen stets eine wohltat.


Die Straße wurde immer besser befahrbar, und die 3 km zur Rodelalm mit nur 5% waren mittlerweile ein leichtes für uns. Wir genießen das Panorama, das sich vor unseren Augen erschließt - die typischen schroffen Bergspitzen der Dolomiten - das Weite der Landschaft, die Einsamkeit hier oben. Auf der Alm gönnen wir uns eine Apfelschorle bevor es endlich wieder mal bergab weiter geht.


Zunächst folgten wir der Straße bis zum Russiskreuz. Uns kamen eine ganze Kolonne an Fahrzeugen entgegen, das alles sah irgendwie komisch & gleichzeitig auch merkwürdig aus. Der “Zug” fuhr an uns vorbei bis wir kapierten, was da ab ging. Ein Fahrzeug voraus, ein Bus mit offener Hintertür folgend, danach 2 Rennradfahrer und hinterher noch ein Typisches Beifahrerauto mit Ersatzräder auf dem Gepäckträger. Und was soll das Ganze? Die drehten einen Film! Die Filmcrew saß im Bus, filmte die beider Fahrer und deren Begleitfahrzeug wie sie den Paß hoch fuhren. Sie grüßten uns beide höflich, als wir bei Ihnen vorbei kamen und so schnell sie da waren so schnell waren sie auch wieder weg.
Am Russiskreuz, direkt in einer Linkskurve, bogen wie auf einen Schotterweg ein, der es in sich hatte. Diesmal zum Glück fuhren wir ihn hinunter bis nach St. Magdalena!



Jetzt folgen insgesamt 7 km harte Arbeit. In St. Magdalena ging’s erst mal ein kurzes Sträßchen, dann auf Schotter steil nach oben. Zum größten Teil konnten wir den Weg aber fahren. An einem kleinen Bachlauf kühlten wir uns ab dann weiter auf Schotter der auf einmal endete. Wir standen sprachlos vor einer Rampe, die ehr einer Leiter entsprach als einem Wanderweg. Eine Familie kam hinab geklettert und schaute uns verdutzt an: “Mit den Fahrrädern wollt ihr da hoch - verrückt und unmöglich.” Unmöglich ist für uns nix - und die Schieberei & Plagerei ging los. 30% Steigung auf holprigen Wurzeln & Steinplatten forderten die letzen Reserven von uns. Ab & zu kamen uns kopfschüttelnd aber mit Respekt zeigend zum Teil ent-, aber auch begeisterte Wanderer entgegen.


Die Brogselhütte war erreicht, durchgeschwitzt, völlig außer Atem aber mit einer inneren Begeisterung und Genugtuung haben wir die Alm (2.045), aber noch nicht den den Gipfel (2.125) erreicht. Was für eine geile Bergwelt sich uns hier auftat kann man kaum in Worten fassen. Ich selbst schreibe hier gerade diesen Bericht und beim ansehen der Bilder läuft mit ein kleiner Schauer über den Rücken - ein Freudenschauer.



Die Abfahrt war eine toller, absolut genialer Trail, ich bin fast geneigt zu sagen, es war einer der besten Trails des Alpenx. Am Anfang mit viel Flow, ab & zu Steinig, nur 2-3x absteigen, dann ein Wiesentrail auf einer Skipiste runter, und das ganze auf einer Länge von 8 km!! Geeeeiiiiiiiilllllll !!!!


In St. Ulrich, unserem heutigen Etappenziel suchten wir unser gebuchtes Hotel. Ich hatte ganz zart in Erinnerung, dass es etwas außerhalb am Berg sein muß - hatte es aber irgendwie verdrängt oder verdrängen wollen, denn es waren nochmals 3,5 km mit 210 hm! Und das am Ende des schon Erlebten. Was wir aber auch wußten, dass ein super Schwimmbad auf uns wartete, das spornt an und 40 min. später lagen wir schon im Pool! Nach dem Abendessen genossen wir in einem Liegestuhl das Panorama, natürlich bei einem Glas Grappa! Sooo schön kann Urlaub sein :-)

