Das darf doch nicht wahr sein - schon wieder scheint die Sonne in unser Zimmer. Man, was haben wir ein Glück - hoffentlich verlässt es uns nicht so schnell. Jetzt noch ein ausgiebiges Frühstück, Bikes fertig machen und ab geht’s zur Eroberung des nächsten Gipfels: Das Rabbijoch mit 2.470 m.


Zunächst geht es wieder zum Zoggler Stausee, den wir links herum auf einem schönen Schotterweg halber umfahren (Die Strecke kennen wir ja von gestern Abend). Die Sonne schickt ihre Strahlen auf die Wasseroberfläche und dies schenkt uns ein farbiges Glitzerspiel. Der Weg mündet auf die Strasse Richtung St. Getraud. Nicht viel aber stets ansteigend werden unsere Glieder auf das Kommende langsam vorbereitet. In St. Getraud biegen wir links auf einen Schotterweg ab und treffen eine Gruppe Biker, die wohl heute das selbe Ziel wie wir haben. Keiner hatte einen schweren Rucksack auf, also wurde die Tour mit Gepäcktransport gebucht, auch nicht schlecht.



Die nächsten 3 km werden mit ca. 10% Steigung so langsam anstrengend, obwohl der Schotter ganz gut zu fahren ist. Immer wieder kleine Rampen machen das Leben schwer, die nächsten 2 km gehen mit “nur” 9% in die Beine. An einer kleinen Alm machen wir Rast, erfreuen uns am frischen Quellwasser und kühlen uns die Füße im eiskalten Brunnen ab. Auch hier ist der Ausblick wirklich klasse, manche Biker, der zuvor getroffenen Gruppe, überholen uns hier.






Zunächst noch auf dem Schotterweg sehr steil weiter, teilweise bis zu 20% Steigung machen das Fahren für uns unmöglich. Zwei Biker der Gruppe schließen uns an und zu vier erklimmen wir langsam den Gipfel. Eine kurze Zwischenrast an einem kleinen Wasserfall, Fotos machen, Aussicht genießen. Jetzt mündet der Schotterweg in einen noch steileren Trail. Verblockt mit groben Steinen, teils Stufen. Mühsam erkämpfen wir jeden Meter. Mein Bikecomputer zeigt mir 35% in der Spitze, aus allen Poren läuft der Schweiß, das gleichmäßige Atmen wird zum Hecheln und Luft schnappen. Immer wieder das Vorderrad anheben, um über einen im Weg liegenden Steinbrocken zu kommen. Das geht in die Arme und haben wir nie trainiert. Aber wir wollen nicht motzen, wir haben das so gewollt und weiter geht’s mit langsamen Schritten gegen den Gipfel. In der Ferne sehen wir ein Schild, das müsste das Gipfelschild sein... die Schritte werden schneller und ja, wir haben es wieder einmal geschafft: Das Rabbijoch mit 2.470 m!












Noch ein kleiner Abstieg von 20% Gefälle laufend, dann sehen wir schon die Haselgruber Hütte. Was für ein Panorama und alles voller Biker & Wanderer, wobei die Fraktion Biker eindeutig überwiegt. Wir stellen unsere Bikes ab, setzen uns an einen Tisch mitten in der Sonne und lassen es uns mit einer Apfelschorle gut gehen. Wir können schon den kommenden Trail erkennen, der sich entlang des Hanges schlängelt. Sieht fahrbar und klasse aus, aber das werden wir ja gleich selbst erfahren.




Ein Damen-Bikergruppe macht sich auf den Abstieg, doch fahren tut keine. Sollte der Trail doch nicht fahrbar sein? Eine weitere Gruppe Biker macht sich los, und dieses mal fahren die meisten. Also wir werden das auch probieren, absteigen kann man ja immer.

Was uns jetzt erwartet ist geil & brutal gleichermaßen. 1 km konnten wir zu 95% fahren, dann macht der Weg einen knick und man traut sich kaum hinzusehen: Der Blick geht fast “senkrecht” hinunter Richtung Tal. Meine Auswertung zeigt ganz deutlich, das was ich meine: 27% Gefälle auf 1,5 km losem Schotter und Querrinnen aus Holzbalken. Den Arsch immer schön hinter den Sattel, die Finger stets an der Bremse und mit teilweise zittrigem Knien die Serpentinen hinunter. Wir mussten des Öfteren Absteigen, es war uns einfach zu gefährlich und wir wollten unsere Tour ja noch fortsetzten.










Irgend etwas ist mit meinem Hinterrad nicht in Ordnung, es blockiert teilweise. Also kurzer Check und ich kann nix finden. Dann bau ich einfach die Beläge aus, die sehen schon sehr mitgenommen aus, also gegen Neue getauscht und siehe da, alles wieder bestens. Je weiter runter wir kommen, desto besser wird der Trail und wir können ihn wieder fahren. Nach einer Bachüberquerung mündet der Trail in einen Schotterweg.


Jetzt vernichten wir auf 7 km 700 hm, also 10% Gefälle im Schnitt. Auch hier tun wir den Bremsen einen Gefallen und lassen sie ab & zu abkühlen. Jetzt noch ein heißer 2 km langer Wiesentrail und wir kommen etwas überhalb von “Rabbi Fonit” heraus. Also rollen wir auf Strasse hinunter zu unserem Hotel, dem ersten in der Stadt: Grand Hotel Rabbi.




Man, war das ein Tag, der laut reinen Daten her locker aussieht, doch sich letztendlich als sehr anstrengend, aber lohnend herausstellt. Das ging die ganze Ortlerrunde so, denn was sind schon
25 km & 1.350 hm. Machen wir Zuhause an einem Nachmittag. OK ich muss zugeben, wir haben bei uns nur Hügel, bei denen wir max. 300 hm am Stück erklimmen können. Was aber sehr anstrengt ist das Laufen & Tragen der Bikes am Ende eines Berges. Denn dort sind fast nur schmale, verblockte Wanderwege mit Stufen und Felsen, auf dem meist sehr steilen Weg.
Im Hotel angekommen konnten wir unsere verschwitzten Klamotten zum kostenlosen Waschen bringen. Dann haben wir ausgiebig und gut gegessen und machten unseren abendlichen Rundgang. Hier noch ein paar Impressionen von unserem Abendspaziergang:




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