Traumwetter. Mit diesem Wort wird die ganze Emotion beschrieben, als wir am Morgen aus dem Fenster blicken. Dieses Jahr haben wir Glück, Sonne pur und keine Wolke am Himmel. Nach reichhaltigem Frühstück packen wir zusammen und machen uns los auf unsere erste „wirkliche“ Etappe.

Hier in Halden beginnt die als MTB ausgewiesene Strecke. Kurze knackige Anstiege und schöne schnelle Abfahrten wechseln sich laufen ab. Anstrengend, aber die fantastische Bergwelt bietet genügend Ausgleich und Abwechslung. Wir bleiben des öfteren stehen und blicken in die weite Ferne.

An einer kleinen Hütte machen wir Rast, füllen unsere Flaschen mit herrlich frischem Quellwasser und erblicken unsere erste kleine Schiebepassage. Nicht lang aber steil, doch dann geht der Trail weiter abwärts durch Wälder und Wiesen - einfach herrlich.


In Weissbad angekommen, erkennen wir schon vom Weitem unser nächstes Ziel, die Schwägalp. Der Weg führt auf gut fahrbarem Schotter immer aufwärts, die Sonne und die Steigung lässt uns schwitzen, viel schwitzen. Doch das Panorama der Schweizer Bergwelt lädt zum Träumen ein.

Kurz vor der Alp machen wir große Augen, denn ein riesiger Parkplatz voller Autos, Menschenansammlung wie auf einer Kundgebung, was soll das? Es ist zwar Sonntag, aber so was haben wir in luftiger Höhe noch nicht gesehen. Kurze Rücksprache mit Einheimischen und wir wurden aufgeklärt: Das größte Schweizer Spektakel findet hier und heute statt, das 10. Schwägalp-Schwinget.

Zitat:
Schwingen - eine urchig moderne Sportart Das Schwingen ist eine typische Eigenart der Schweiz und wird in dieser Form vorwiegend in der Eidgenossenschaft praktiziert. Im Lauf der Zeit hat sich das Nationalspiel zu einer Sportart mit hoher Akzeptanz entwickelt und genießt einen großen Rückhalt in der Gesellschaft.
Schwingen ist eine Abart des Ringens, also ein Zweikampf zwischen zwei kräftigen Gestalten, mit eigenen Regeln, Griffen und Schwüngen. Die «Bösen», so werden die besten Schwinger bezeichnet, messen sich an kleineren und größeren Schwingfesten und erküren alle 3 Jahre den Eidgenössischen Schwingerkönig an den Eidgenössischen Schwing- und Älplerfesten.
Schwingen ist eine moderne Sportart, welche die urchige Herkunft bewahren konnte. Mit dem Schwingsport und den Schwingfesten sind etliche Bräuche und Traditionen eng verknüpft. Um es in einem Schwung zu sagen: Schwingen ist eine ideale Verbindung zwischen Traditionen, Sport und Fortschritt.
Weitere Infos gibt’s [HIER]
Wir bekamen leider „die Bösen“ nicht zu Gesicht, aber die Arena und das Festzelt war schon überfüllt und alle Eidgenossen in Partylaune. Nix wie weg vom turbulenten Treiben auf der Alp. Auf einem kleinen Trail geht’s zunächst weiter, diesmal abwärts. Wir kommen auf eine alte Passtrasse Richtung Lutertannen, ein relativ gut fahrbarer Schotterweg. Die Hitze ist schon brutal, 30 Grad im Schatten und immer wieder trinken, trinken, trinken! Ein eiskalter Wassertrog kühlt uns etwas herunter, länger als eine Minute halten wir es nicht stehend drinnen aus. Flaschen sind wieder voll, es geht weiter...

In einer Rechtskurve biegen wir ein und es geht durch ein Kuhgatter auf steilerem Trail schiebend weiter. Nicht lange, dennoch schön steil geht der Weg bis zur Alp Leser. Pause, Aussicht und Apfelschorle genießen. Jürgen legt sich kurzer Hand in einen Liegestuhl und lässt die Sonne an seine Haut, während ich ein paar Fotos schieße und die Aussicht genieße. Der Risipass liegt noch vor uns, aber der ist fahrender Weise zu bewältigen und stellt keine große Herausforderung da. Deshalb verlängern wir kurzer Hand die Pause.



Der Risipass bietet einen tollen Blick zurück ins Säntismassiv und nach vorn auf die Auffahrt von morgen, dem Hinter Höhi. Der Weg hinauf ist leicht zu fahren, macht Spaß und ein tolles Panorama begleitet uns ständig. So rollen wir stets bergauf, bis wir oben sind auf 1.447 m.


Hier weicht unsere Route von Andi Albrechts Originalen ab. Heute rollen wir hinab nach Stein und biegen dann links ins Tal, fahren am Fluss entlang einen tollen Trail Richtung Alt St. Johann. Schöne steinerne Brücken, reißender Bach, tiefe Schluchten und ein super fahrbarer Trail führen uns Richtung Unterwasser. Wir haben schon 2.000 Höhenmeter in den Beinen und müssen „nur“ noch 2,2 km und 250 hm von Unterwasser nach Schwändisee hinauf. Jetzt heißt es noch mal die letzten Kräfte mobilisieren um die kleine Bergstrasse hinauf zu kurbeln.



Für heute langt es uns, das Hotel ist schnell bezogen und der anliegende Natursee lädt förmlich zum Baden ein. Erfrischend kühl ist der Sprung ins kalte Nass, wohltuend die anschließe Ruhephase auf den Sonnenstühlen. Unsere Wirtsleute wollten abends noch aufs Schwingfest zur Schwägalp, deshalb blieb hier die Küche zu. Zu Fuß erreichen wir das nächstgelegene Restaurant und lassen uns ein original Schweizer Cordon Blue servieren & schmecken. Natürlich gönnen wir uns auch eine Hopfenkaltschale und genießen unseren Urlaub. In Abenddämmerung beenden wir den Tag mit einem Spaziergang rund um den Schwändisee und fallen dann müde ins Reich der Träume.

Mehr Informationen hierzu finden Sie im jeweiligen Report.