Morgenstund hat Gold im Mund ...na ja das glänzende Metall wohl nicht aber ein tolles reichhaltiges Frühstück und ein fast ungetrübter Blick aus dem Fenster lassen unsere Herzen höher schlagen. Heute soll der erste größere Gipfel in Angriff genommen werden. Das Pfitscher Joch auf 2.275 m Höhe. Aber soweit sind wir noch lange nicht. Alle Sachen ab in den Rucksack, kurzer Bikecheck und los geht’s.

Die ersten 8 km bis Grinzing mit 4,5 % Durchschnittssteigung bringen uns langsam in Fahrt. Die Tunnels kann man angenehm rechts herum umfahren. Den letzten Abzweig verpassen wir jedoch, treffen aber 1,5 km weiter kurz vor der Mautstation wieder auf den Schotterweg. An der Mautstelle (natürlich nicht für Biker) fahren wir VORHER scharf rechts auf die ausgeschilderte Mountainbike Strecke. (Diese umfährt praktisch die Mautstraße bis fast vor die Staumauer)


An diesem Einstieg zum Schlegeisspeicher treffen wir eine Gruppe Biker, die das Joch heute auch noch bezwingen wollen. Sie scheinen noch ein paar technische Probleme zu haben, die sie aber schnell wieder in den Griff bekommen. Wir treffen uns oben am Speicher wieder. Der Schotterweg steigt zunächst kräftig dann aber gemäßigt an, mündet in einen super schönen Trail und trifft letztendlich kurz unterhalb der Staumauer wieder auf die Strasse. Jetzt noch mal 3 km Serpentinen mit 8% Steigung und dann sind wir auch schon oben am gewaltigen Schlegeisspeicher.


Dieser Speicher mit seiner riesigen Mauer ist schon beindruckend. Wir fahren auf der Mauer entlang um noch näher dieses gewaltigen Bauwerk zu spüren - phantastisch. Tiefes türkisblau, den Gletscher am Horizont der den See speist und eine klasse Bergkulisse - dazu Sonnenschein was willst du mehr! Die kleine Hütte am anderen Ende lockt uns wegen der kaum anzutreffenden Touristen, die hier mit dem Auto oder Bus hochgekarrt werden. Eine Tasse Kaffe und einen Liegestuhl - das gönnen wir uns für 30 min. bevor wir uns auf machen zum eigentlichen Gipfel, dem Pfitscherjoch.



An einem kleinen Kiosk vorbei führt ein kleiner Weg entlang, der uns zum Joch bringen soll. Die Beschaffenheit des Weges wird immer grober, teilweise müssen wir (und auch andere) absteigen, da wir bergauf das nicht fahren konnten (bergab wäre es wohl jetzt schöner). Ein obligatorischer Fotostop an einem Stein, der wohl in jedem Bilderalbum einer Alpentour über das Pfitscherjoch vorkommt. Auf diesem Stein steht in gelben Letter gemalt der Weghinweis: VENEDIG! Es dauert nicht lange da kommen wir an einer kleinen Brücke vorbei. Hier schlängelt sich ein kleiner Fluß durch, der sich vom Gipfel hinab ins Tal stürzt. Jürgen hatte augensichtlich irgendwie richtig Durst, denn er legte sich kurzerhand hin und schlürfte aus dem Bach leckeres frisches Quellwasser ;-)


Der beschwerliche kleine Pfad wechselte zu sehr groben und losem Schotter und wurde etwas breiter. Dieser Weg wurde speziell für die Biker geschaffen hmmm, die sollten den aber noch mal richtig platt walzen denn der Schotter ist so lose, dass das Hinterrad sehr häufig den Kontakt verliert und durchdreht. Aber wir wollen ja nicht meckern, auch diesen Weg haben wir gemeistert und sind letztendlich am Gipfel angekommen.


Hier oben, an der Österreich/Italienischen Grenze hat man einen erstklassigen Überblick, einen fast 360 Grad Rundumblick über die Schönheit der Berge.



Wir hatten keine große Lust mehr, in der Hütte einzukehren, deshalb genossen wir etwas länger das Panorama und machten uns auf den Weg nach St. Jakob ... das heißt 800 Hm auf ca. 12 km zu vernichten. Allein der Blick vom Berg ins Tal ist schon ein Traum.

Ein toll zu fahrender Schotterweg, der dann in einen Wiesenpfad mündet und genau an unserem Hotel in einen Radweg endete. Zunächst erst mal ein Weizenbier auf der Terrasse des Hotels, dann schön geduscht um pünktlich zum Abendessen am Tisch zu sitzen. Eine Gruppe Mountainbiker, die eine geführte Alpentour unternahmen, gesellte sich zu uns. Sie bekamen ihr Gepäck täglich an den entsprechenden Unterkunftsort gebracht. Hat vielleicht auch was, mal ohne schweren Rucksack durch die Alpen zu biken ... zur Zeit ziehen Jürgen und ich die unsrige Methode aber vor.



Nach dem 2. (oder war’s schon das 3.) Weizenbier machten wir unseren kleinen Abendspaziergang, damit die Muskeln etwas lockerer werden (das machten wir jeden abend). Anschließend ging’s ab ins Bettchen um dann in die Welt der Träume zu fallen und um das Erlebte nochmals Revue passieren zu lassen....
Mehr Informationen hierzu finden Sie im jeweiligen Report.