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Wieder beginnt der Tag um 7:00 Uhr mit verheißungsvollem Blick aus dem Fenster – Wolken und … juhu....teilweise blaue Abschnitte waren auch dabei. Na das sollte doch was werden … so schmeckt das leckere Frühstücksbuffet doppelt gut. Packen und alles fertig machen, verabschieden und los geht’s der Straße entlang Richtung Pians.



Wir standen vor der Abzweigung ins Paznaun-Tal und ließen uns vom Autobahn-Schild irritieren … na Richtung Autobahn - da brauchen wir doch ne Vignette, scherzten wir noch und fuhren auf die B188. Auf dieser Strasse immer weiter, einer kleinen Schlucht folgend, Abgase von Autos & LKWs ertragend, mit leichter und stetiger Steigung gut vorwärts kommend, kam es uns dann doch irgend wann spanisch vor, das wir nie das Schild “St. Anton” zu sehen bekamen. Aber laut einer uns gekannten Beschreibung stimmt alles, das mit dem Verkehr, am Anfang war eine große Baustelle mit dem Bau eines Tunnels beschäftigt – sollten wir doch nicht verkehrt sein? Den nächsten Ort erreichend, schauten wir mal gewissenhafter in die Landkarte und uns vielen die Augen aus den Höhlen … schon wieder verfahren und das ganze 15 Km und 350 Hm. So eine Scheiße! Was machen wir jetzt? Uns lief auch irgendwie die Zeit davon. Na egal – voller Mut und 350 Hm wieder runter kehrten wir letztendlich wieder zur Abzweigung Richtung Autobahn auf die B316 ein. Erst jetzt merkten wir, dass vor der Autobahneinfahrt hinter einem Kreisel eine kleine Straße, unser Weg, weiter führt … jetzt sag ich nix mehr!



Es dauerte nicht lange, da machte Jürgen mir ein Zeichen dass irgend etwas an seinem Bike nicht in Ordnung ist. Der Ursache war schnell gefunden – Tretlager locker! Wir hatten viel dabei, doch einen Abzieher für Tretlager nicht. So konnten wir unmöglich die Heilbronner Hütte erreichen. Was tun? Also auf die Karte sehen, ah eine Eisenbahnstrecke trifft genau den nächsten Ort – also ab nach Strengen. Der Bahnhof war ausgeschildert – ja oben am Berg seeeehr steile 10% hinauf. Endlich oben angekommen erfuhren wir, dass hier KEINE Züge halten – uns mag hier und heute wohl keiner! Aber ein freundlicher Tipp vom Bahnhofswärter (was machte der eigentlich so den ganzen Tag?) die österreichischen Busse könnten, wenn die Fahrer wollen, Bikes mitnehmen. Also ab zur nächsten Bushaltestelle wieder runter ins Dorf. Tatsächlich, freundlich empfang uns der Busfahrer, half unsere Bikes unten im Laderaum zu verstauen und los ging’s zum Ziel – St. Anton. Dort fanden wir einen wirklich kompetenten Bikeladen (Intersport in der Dorfstraße kurz vorm Kreisel) der innerhalb 30 min das komplette Lager zerlegte, reinigt und wieder befestigt. Klasse – durch die Idee mit der Busfahrt sind wir eigentlich fast wieder im Zeitlimit und unsere Tour ging weiter … hoffentlich ab jetzt ohne Zwischenfälle!






Zunächst auf einer Nebenstraße zum Hotel Moserkreuz, direkt am Hotel dann links auf einen Schotterweg Richtung Ferwall-Rasthaus, weiter zur Schönverwall-Hütte bis wir letztendlich eine Brücke zum Einstieg Heilbronner Hütte erreichten. Ein wirklich tolles Panorama, das Wetter sehr angenehm, ein fast bayrischer Weiß/Blauer Himmel. Was jetzt kommt, war schon wirklich sehr anstrengend – der Aufstieg zur Heilbronner Hütte hat eine Länge von ca. 1,5 Km und es muss ein Höhenunterschied von ca. 300 Hm überwunden werden, teils durch tragen, meist durch schieben aber nie fahrend und mit einer max. Steigung von 33% laut unserem HAC 4 Bikecomputer. Kurz vor der Hütte ca. 500 m ein fahrbares Plateau, dann ist der erste große Gipfel unseres Alpencross erreicht: 2.320 m. Es ist sehr windig & kühl, aber dennoch langt auch die Zeit für einen heißen Kakao mit Apfelstrudel auf der Terrasse – lecker.



Ab jetzt soll es bis Ischgl nur noch bergab gehen … wie geil! Sehr gut fahrbarer Schotter in Serpentinen bis zum Kops-Stausee, das lässt die Anstrengungen der Auffahrt vergessen und entschädigt für alles! Noch mal eine wirklich kurze Passage bergauf, am Stausee links vorbei und weiter auf einem geilen Schotterpfad Richtung Galltür. Dort sieht man die riesigen Fangmauern und hohen Walle, die nach dem Lawinenunglück errichtet wurden. Immer dem Fluss Trisanna linksseitig auf einem Schotter & Wiesenweg folgend geht’s nach Galltür, überqueren der Hauptstraße, dann an der Trisanna rechts entlang einer herrlichen Schlucht ca. 5 Km auf grobem Schotterweg bis oberhalb von Ischgl folgend. Das hat riesigen Spaß gemacht!




Wir waren schon ziemlich müde, denn unser Tacho zeigte schon 90 Km und die heute bewältigten 2.250 Hm an. Aber jetzt kam der Hammer des Abends – eine letzte Auffahrt zur Bodenalpe auf Asphalt, das kann doch nicht so schwer sein ... dachten wir. Von wegen - eine Strasse parallel zu einem Skilift hoch zu fahren ist schon für manches kleine Auto ein Problem und wir sollen da auch hoch? Allen Mut und die letzte Kraft zusammen genommen und nach unendlichen 5 km mit knapp 400 Hm weiter haben wir gegen 20:00 Uhr unser Ziel, zwar müde aber voller Freude, erreicht. Zum besseren Verständnis habe ich mal eine Karte aufgeführt:
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Die Wirtin der Bodenalpe hatten wir sicherheitshalber schon vor 2 Std. angerufen, dass wir wirklich noch kommen – und sie hat auf uns gewartet. Kurz geduscht und ab zum Essen fassen. Eine heiße Gemüsesuppe als Vorspeise, Nudeln mit Braten und anschließendem Eis rundeten das Menü ab – natürlich mit einem kühlen, hellen Hefeweißbier! Alle nassen Klamotten zum Aufhängen in den Heizungskeller, danach ab ins Bettchen und den ganzen Tag nochmals Revue passieren lassen, mit all seinen positiven und negativen Seiten … wobei letzteres bald vergessen wurde ;-)